Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine seltene und nicht vorhersehbare Krankheit, die das Leben eines Menschen völlig verändern kann. Es ist eine Störung, die eine starke Schwächung bis hin zur Lähmung vieler Muskeln des Körpers beinhaltet. Die Krankheit kann in verschiedenen Formen auftreten, wodurch die Diagnose in den frühen Stadien manchmal erschwert wird. Eine spezifische Ursache ist nicht bekannt. Die heutige Forschung nimmt an, dass die Nerven eines Menschen, der GBS hat, durch das Verteidigungssystem des Körpers gegen Krankheiten (Antikörper und weiße Blutkörperchen) angegriffen werden. Es handelt sich um eine fortschreitende Entzündung peripherer Nerven und Nervenwurzeln. Das GBS tritt weltweit unter etwa 2 von 100000 Einwohnern auf, in Deutschland erkranken durchschnittlich 1600 Menschen pro Jahr an GBS. Das GBS kann in jedem Alter eintreten, in Einzelfällen leiden sogar unter 10 jährige an GBS. Die Ursache dieses häufig lebensbedrohlichen Leidens ist letztlich nicht völlig geklärt, es handelt sich aber um eine immunologisch bedingte entzündliche Erkrankung der peripheren Nerven und Nervenwurzeln. In vielen Fällen geht eine Bakterien- oder Virusinfektion voraus. Zwei Drittel aller Patienten berichten über eine 1 bis 3 Wochen zurückliegende Infektion, zumeist der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts. Es werden auch Beispiele beschrieben, in denen das Guillain-Barré-Syndrom nach Insekten- oder Zeckenstichen, Schwangerschaften oder Operationen aufgetreten ist. Auch Impfungen werden als Auslöser diskutiert: Nach Einzelfällen in den 1950er Jahren wurde in den USA deshalb ein Grippeimpfstoff vom Markt genommen. Es wird vermutet, dass beim GBS eine der Infektion nachfolgende Immunreaktion auftritt, bei der das Immunsystem Strukturbestandteile des peripheren Nervensystems zerstört. Die ersten Anzeichen können Kribbeln oder Gefühlsverlust in Zehen und Fingern sein. Das Guillain-Barré-Syndrom zeigt sich oft mit von den Beinen aufsteigenden Muskelschwächen, die bis zu einer vollständigen Lähmung der Arme und Beine und auch zu einer Atemlähmung führen können. Bei bis zu 25 von 100 betroffenen Menschen kommt es zu einer Atemlähmung, die eine künstliche Beatmung erforderlich machen. Vielfach hat der Patient Schwierigkeiten, sich aus der Hocke aufzurichten oder ist nicht in der Lage Treppen zu steigen. Diffuse Schmerzen treten im Rücken, am Hals und in den Gliedern auf. Oft kann der Beginn dieser neurologischen Erkrankung nur schwer vom Abklingen grippeähnlicher Krankheiten unterschieden werden. Eines der wichtigsten diagnostischen Kriterien ist, dass bereits im Anfangsstadium des GBS die Muskelreflexe verloren gehen oder abgeschwächt werden. Auch die Hirnnerven, die Atem-, Zungenschlundmuskulatur können beeinträchtigt werden, so dass die Patienten zeitweise Hilfsmittel benötigen. Selten können auch Blasenentleerungsstörungen auftreten. Es können Herzrhythmusstörungen mit Pulsveränderungen, Blutdruckschwankungen und oft ein Blutdruckanstieg auftreten. Bei etwa 4/5 der Patienten kommt es innerhalb von drei Wochen noch zu einer Verschlechterung, in der vierten Woche wird ein Stillstand und der Übergang zur allmählichen Besserung erreicht. Bei wenigen Patienten kann aber eine Lähmung aller Extremitäten über Wochen und Monate anhalten. Auch der Schweregrad der Erkrankung variiert erheblich. Ein kleiner Teil der Patienten leidet nur an einem Taubheitsgefühl der Extremitäten, sowie an allgemeiner Schwäche und kann weiter seinen täglichen Verrichtungen nachgehen. Fast die Hälfte der Patienten ist jedoch vorübergehend gelähmt. Die Diagnose des GBS wird anhand der klinischen Symptomatik, der Krankheitsentwicklung, elektrophysiologischer Untersuchungen und der Liquoruntersuchung des Nervenwassers gestellt. Verwechslungen mit ähnlichen Krankheiten müssen vermieden werden. Noch gibt es keine kausale Therapie, sondern nur eine symptomatische Behandlung mit immunsuppresiv wirkenden Medikamenten, intravenöser Gabe von Immunglobulinen, Entfernung von Antikörpern durch Plasmapherese oder selektive Absorption. Als wirksam erwies sich eine Behandlung mit Plasmaaustausch, dem jedoch jüngsten Untersuchungen zufolge bei Behandlung mit Immunglobulinen überlegen ist. Das Guillain-Barré-Syndrom genannt GBS, wurde nach den beiden französischen Neurologen Georges Guillain und Jean Alexandre Barré benannt die diesem Nervenleiden zuerst auf die Spur gekommen sind.







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